Swing-Rätsel – JTree-Zeilenhöhe

 Java, Swing  Kommentare deaktiviert für Swing-Rätsel – JTree-Zeilenhöhe
Apr 112016
 

Manchmal hat man Probleme schon vor so langer Zeit gelöst, dass man sich bei erneutem Auftreten nicht mehr dran erinnert. Weder an das Problem, noch an die Lösung.

Es geht um Java Swing. Die Basics. Man nehme einen JTree. Da gibt es eine Methode namens „setRowHeight“ wo man die zu rendernde Zeilenhöhe setzen kann. Wie so oft gibt es hier auch eine „magic number“, die besonderes Verhalten aktiviert. Hier ist es die 0 (oder negative Werte) – damit instruiert man den Tree, doch bitte den Renderer zu fragen, wie hoch die Zeile denn nun wirklich werden soll. Man sollte meinen, dass das auch ein wirklich guter Default wäre.

Nun gibt es ja in Swing zwei Varianten, wie so ein Default in Aktion tritt. Entweder simple Hartcodierung, oder durch die UI-Defaults des aktiven Look&Feel. Wer weiß auswendig, wie der hartcodierte Wert ist und welches der Standard-Look&Feels dann welchen Wert setzt? Bonuspunkte für denjenigen, der das auch noch schlüssig erklären kann.

Amüsante Randnotiz (Achtung, Spoiler! Teile der Antwort auf obige Frage inside!): hier ein Bug aus Zeiten von Java 1.4 (gab es das wirklich schon 2002?), der sich ebenfalls mit diesem Problem befasst.

Beknackte Oberflächen – heute: Windows-Explorer

 UI  Kommentare deaktiviert für Beknackte Oberflächen – heute: Windows-Explorer
Mrz 252016
 

Gerade kopierte ich eine größere Menge Daten zwischen verschiedenen Platten hin- und her. Wider besseren Wissens per Standard-Explorer (Windows 7). Da erreicht mich folgende Fehlermeldung: „Zielpfad ist zu lang. Die Dateinamen wären zu lang für den Zielordner. Kürzen Sie die Dateinamen und wiederholen Sie den Vorgang, oder verwenden Sie eine anderen Ort, der einen kürzeren Pfad hat.“

OK, danke für die Info. Den kleinen Grammatikfehler finde ich für den Multi-Milliarden-Konzern Microsoft zwar peinlich, aber halb so schlimm. Auch schlimm, aber auch nicht Thema: die Tatsache, dass im 21. Jahrhundert die Pfadnamenlänge überhaupt noch eine Rolle spielt. Nein, das Problem ist vielmehr der gravierende Mangel an Information. Welche Dateinamen? Welcher Zielordner? Wenn ich den „Vorgang“ wiederholen soll, wäre das doch schön zu wissen. Im Dialog wird ein Name partiell angezeigt (ist es der Zielpfadname? Ein Dateiname? Oder das Quellverzeichnis?), leider nur die ersten 44 Zeichen, danach folgen die beliebten drei Punkte. Gut, dass der Fehlerdialog nicht vergrößerbar ist, um den Namen ganz anzeigen zu können – konnte ja keiner ahnen, dass bei einer Meldung bezüglich zu großer Länge von Datei-/Pfadnamen tatsächlich lange Namen angezeigt werden müssen. Und die Größe von Dialogen scheint ja weiterhin dem „Benutzer hat maximal 640×480“-Paradigma zu folgen. Wer hat sich nicht schon über den Dialog geärgert, wo man die Systemvariablen setzt. Scrollbars als Notlösung scheinen auch aus der Mode gekommen zu sein. Selbst ein Tooltipp mit dem vollen Namen wäre zur Not akzeptabel.

Ganz schlecht, liebe Freunde von Microsoft. Der Grundsatz des „information hiding“ sollte bei der Programmierung realisiert werden, nicht bei der Benutzerinformation.

Beknackte Oberflächen – heute: WinZip

 Software, UI  Kommentare deaktiviert für Beknackte Oberflächen – heute: WinZip
Mrz 202016
 

Nein, es soll nicht darum gehen, dass der einzig wahre Weg, Archive zu behandeln, die Idee des „Image Filing System“ unter RISC OS ist, und nach wie vor SparkFS von David Pilling die ultimative Implementierung dieser Idee ist. Warum unter Windows bis heute nichts annähernd vergleichbares existiert, ist eines der großen Mysterien der Weltgeschichte. Naja, dort hält man ja teilweise auch den Explorer noch für eine gute Idee.

Also, was nervt mich heute darüber hinaus an WinZip? Das unglaublich schlechte Fehlerhandling. Ich archiviere ein Verzeichnis mit ein paar tausend Dateien. Am Ende des Vorgangs informiert mich WinZip mit folgender alarmierender Meldung: „Es sind Fehler aufgetreten. Möchten Sie die WinZip-Protokolldatei aufrufen?“ Fehler? Natürlich will man wissen, was schiefgegangen ist. Also die Protokolldatei öffnen (keine Ahnung, welcher Schwachspieler hier „aufrufen“ übersetzt hat). Aber was bekommt man zu sehen? Nicht etwa eine Liste der aufgetretenen Fehler. Nein, eine Liste aller Vorgänge. Wie das Hinzufügen einer Datei zum Archiv. Und wie findet man jetzt die Fehler? Leider gibt es überhaupt keinen Hinweis, durch welchen Text so ein Fehler benannt werden könnte. Doch es kommt noch besser: oft sind gar keine Fehler im Protokoll zu finden, sondern lediglich Warnungen.

Fassen wir zusammen: Irreführende Fehlermeldung, gut versteckte Informationen – ein würdiger Kandidat für den Preis der „Beknackten Oberfläche“. Ergonomiewertung: 0%.

In meinem Falle ist der Grund für Warnungen übrigens meistens, das Dateien mit Datestamps früher als dem 1.1.1980 (das früheste Datum, das im ZIP-Format darstellbar ist) archiviert werden. Da fragt man sich doch direkt, was sich Phil Katz damals gedacht hat. Leider können wir ihn nicht mehr fragen.

Raspberry Pi 3 verfügbar

 Hardware  Kommentare deaktiviert für Raspberry Pi 3 verfügbar
Feb 292016
 

Heute hat die Raspberry Pi Foundation den Raspberry Pi 3 offiziell vorgestellt. Er ist bereits (im Gegensatz zum RPi Zero, der immer noch bei der Verfügbarkeit schwächelt) in kleinen Stückzahlen bei den üblichen Verdächtigen lieferbar. Preise liegen bei rund 40€.

Jetzt gibt es also harte Fakten. Die weichen gar nicht so sehr von den Gerüchten ab, die ich vorgestern eingesammelt habe:

  • SoC 1,2 GHz BCM2837 Quad-Core Cortex-A53 – also ARMv8 64bit, aber mit AArch32-Unterstützung
  • WiFi (802.11n) und Bluetooth (4.1) über BCM43438 on board

Rest ist unverändert zum RPi 2 – 1GB RAM, 4x USB2.0, 100MBit Ethernet über USB angebunden, analog Video/Audio out über Klinke, HDMI für digital Video/Audio, microSD-Slot. Es wird ein 2,5A-Netzteil empfohlen, wenn man die 4 USB-Ports voll belasten will. Alle Ports sind an der gleichen Stelle wie beim RPi B+ und RPi 2 B, die Gehäuse sind also kompatibel.

Performancetechnisch wird die Steigerung vermutlich bei 50% gegenüber dem RPi 2 liegen – etwas höherer Takt, und höhere Effizienz des Cortex-A53 gegenüber dem Cortex-A7. NEON soll deutlich schneller geworden sein.

Ben Avison hat ein paar interessante Details zur Rückwärtskompatibilität im ROOL-Forum gepostet. Es scheint diesmal kein übles Ei wie die Änderung der non-word-aligned-memory-access-Geschichte bei ARMv7 vs. ARMv6 zu geben, nur Kleinigkeiten die vermutlich nur das OS betreffen.

In Summe ist der RPi 3 eine super Sache – gleicher Preis wie bisher, und man hat die Chance preiswert einen realen 64bit-ARM zu betreiben. Und im High-End-Bereich gibt es genügend Platz für Alleinstellungsmerkmale wie Gigabit Ethernet und S-ATA.

 

Raspberry Pi 3 im Anmarsch

 Hardware  Kommentare deaktiviert für Raspberry Pi 3 im Anmarsch
Feb 272016
 

Der heise-Newsticker hat es vermeldet: der nächste Streich der Raspberry Pi Foundation ist im Anmarsch, im Moment von der Presse Raspberry Pi 3 getauft. Sicher scheint zu sein, dass WLAN und Bluetooth serienmäßig mit an Bord sind. Laut diesem Titelbild von der kommenden Ausgabe des MagPi-Magazins können wir uns auch auf 64bit (also ARMv8) und 1,2 GHz freuen. Laut diesem Bild einer Seite des CPC-Katalogs wird der UK-Preis bei 26,38 UKP liegen (netto vermutlich), im Innern steckt ein Broadcom BCM2837 SoC – es bleibt also beim Quadcore. WLAN und Bluetooth wird durch den BCM43143 bereitgestellt.

Ansonsten sieht er dem Raspberry Pi 2 Model B zum Verwechseln ähnlich. microSD, USB, Ethernet, Analog-Audio und -Video über die vierpolige Klinkenbuchse, 40pin-GPIO.

Die offizielle Ankündigung der Raspberry Pi Foundation steht noch aus. Aber demnächst feiert der Raspberry Pi seinen vierten Geburtstag, da wäre es doch passend.

Das Ende des Java-Plugins

 Java, Swing, UI  Kommentare deaktiviert für Das Ende des Java-Plugins
Feb 032016
 

Ich habe mich ja schon zu Anfangszeiten dieses Blogs als Fan der Java Applet-Technologie geoutet. Daran hat sich eigentlich nichts geändert. Nach wie vor halte ich Applets für den elegantesten Weg, vernünftige Benutzeroberflächen in den Browser zu bringen und gleichzeitig problemlos mit derselben Codebasis die Freunde des FatClients zu bedienen. Kluge Menschen haben behauptet, die Idee, GUIs in den Browser zu bringen, hätte die Qualität von Benutzeroberflächen 20 Jahre zurückgeworfen. Inzwischen dürften es wohl eher 25 Jahre sein, denn die Qualität von gängigen Oberflächen der 90er, sei es RISC OS oder MacOS oder die diversen GEM-Varianten, ist bis heute nicht erreicht. Optisch vielleicht schon, aber ergonomisch und performancetechnisch auf keinen Fall.

Nun hat Oracle verkündet (und schon vorher anklingen lassen, siehe etwa hier), man werde das Java-Plugin, das für die Ausführung von Applets im Browser zuständig ist, mit Java 9 als „deprecated“ erklären und es in einer späteren Version aus Java entfernen. Als Grund wird genannt, dass mobile Browser ja noch nie Plugins unterstützt hätten und diverse Browser entweder die Plugin-Unterstützung schon entfernt hätten (Chrome), dies vorhätten (Firefox) oder noch nie eine gehabt hätten (MS Edge). Dazu die Security-Problematik.

So weit, so traurig. Insbesondere den Security-Aspekt konnte ich noch nie nachvollziehen – man kann das Java-Plugin ja so konfigurieren, dass es nur Applets mit bestimmter Signatur überhaupt ausführt, insofern ist diese Technologie wohl kaum unsicherer als die Ausführung beliebigen anderen Codes auf der Maschine. Dass es ab und zu in der Sandbox (auch klaffende) Security-Lücken gab, ist ja kaum ein Alleinstellungsmerkmal von Plugins – auch die Browser selbst sind ja wandelnde Sicherheitslöcher, selbst bei so simplen Dingen wie Grafikdecodierung. Das hat man halt davon, wenn man in Pseudo-Hochsprachen wie C entwickelt. Aber ich schweife ab.

Letztlich ist das alles „water under the bridge“, und man sollte nach vorne schauen. Dazu sollte man zunächst herausfinden, in welchem Zeitrahmen man nun Abschied von den Applets nehmen muss.

Entscheidend dafür ist zunächst der verwendete Browser. Bei IE11 kann man sich noch etwas Zeit lassen – Januar 2023 endet der Support von Microsoft für den IE11, zumindest unter Windows 8. Bei Firefox muss man sich schon eher sputen, Ende 2016 dürfte es vorbei sein. Es gibt aber durchaus noch Browser, die die NSAPI für Plugins unterstützen und noch nicht abgekündigt haben – Konqueror, QupZilla oder Midori (allesamt WebKit-basiert). Wie lange das anhält, wird man sehen – nicht so weit verbreitete Browser folgen ja häufig mit kurzer Ankündigungsfrist dem Mainstream und bieten selten lange Support-Garantien.

Wie sieht es auf der Java-Seite aus? September 2017 endet voraussichtlich die Verfügbarkeit öffentlicher Java 8-Updates, basierend auf dem Oracle-Releasezyklus wird das Ende der öffentlichen Java 9-Updates also frühestens September 2019 sein. Danach kann man Oracle etwas Geld in den Rachen werfen, um weiterhin Java 9-Updates zu bekommen. Bis heute unterstützt Oracle ja gegen Einwurf kleiner Münzen sogar Java 5. Wer es also aussitzen will bis zuletzt, muss sich vermutlich bis zum Ende von IE11 (frühestens 2023 laut Microsoft) keine Sorgen machen.

Executive Summary: Don’t Panic.

Die gehackte Webpräsenz

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Die gehackte Webpräsenz
Jan 302016
 

Irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr ist es passiert – genauer ließ es sich nicht rekonstruieren. Meine Webpräsenz wurde gehackt. Alle vier WordPressInstallationen und die Drupal-Installation waren betroffen. Die dahinter liegenden Datenbanken waren Gott sei Dank sauber.

Wie äußerte sich der Hack? Einige Benutzer berichteten von Redirects auf Phishing-Seiten, die meisten waren aber nur von schlechterer Performance betroffen, weil in die HTML-Daten JavaScript injected wurde, das auf gewisse Fremdseiten zugriff, die unglaublich schlechte Antwortzeiten hatten. oil-hockey.ch und rardec.co.uk waren darunter. Das verzögerte den Aufbau der Webseiten erheblich.

Klassifiziert war das Problem als „JS:Injection-A“ (Avast) oder „Mass Injection Website 19“ (Symantec). Für mehr Details hier ein Link zu Symantec. Es dauerte nicht lange, bis die Webpräsenzen bei mindestens einem Dienst (Norton Safeweb) auf der Blacklist standen. Das zieht dann weitere Kreise – vor allem Firmen haben oftmals automatische Verfahren, um Zugriffe aus dem Intranet auf Seiten auf Blacklists zu unterbinden. Gott sei Dank gab es bei Norton Safeweb eine relativ unkomplizierte Möglichkeit, eine Reevaluierung des Zustands zu veranlassen.

Seit einer Woche ist nun wieder alles bereinigt – WordPress- und Drupal-Neuinstallation nebst zwei WordPress-Theme-Wechseln (die alten sind noch verseucht, die muss ich noch aufräumen) hat das Problem gelöst. Dazu natürlich die Routine-Dinge wie Wechseln aller Passwörter. Scheiss-Aufwand, aber man lernt ja was dabei (man soll ja alles positiv sehen).

Ich danke meinen aufmerksamen Blog-Lesern, die mich über das Problem informiert haben, weil ihre Sicherheitssoftware angesprungen ist. Wer seine Webpräsenz schnell online auf Malware checken will, dem sei der Online-Security-Scanner von Sucuri empfohlen.

Und was lernt man daraus? Früher war alles besser – da hätte man schnell ein paar alte Versionen der HTML-Dateien eingespielt und fertig wäre die Säuberungsaktion. In der heutigen Welt der CMS-Systeme mit ihrem üblen PHP-Verhau dauert eine Analyse viel länger. Und: nur weil eine Webpräsenz eine überschaubare Anzahl Besucher hat – man sollte also denken, dass so ein Hack ein wirklich schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis hat – heißt das nicht, dass nicht doch ein paar üble Gesellen Hand anlegen. Abgesehen davon ist es nie schlecht, regelmäßig Backups zu machen – ok, das ist eine IT-Binsenweisheit, das sollte man schon vorher gewusst haben.

RetroPie vs. MiST: erste Eindrücke

 Retrogaming  Kommentare deaktiviert für RetroPie vs. MiST: erste Eindrücke
Jan 252016
 

Als Kind der 80er mit besonderer Affinität zum Schneider CPC und tausenden Spielstunden Erfahrung mit Klassikern wie Bomb Jack, Nemesis, R-Type, Gryzor, Ikari Warriors, Renegade, Savage, Sorcery, Hexenküche II, Deflektor, Grand Prix Simulator, BMX Simulator, Barbarian, IK+, Highway Encounter, The Bard’s Tale, Boulder Dash, Bruce Lee, Combat School, Commando, Defender of the Crown, Speedking, Super Hang-On, Wec Le Mans, Prohbition, Silent Service, Gunship, They $tole a Million, Impossible Mission, Winter Games, Barry McGuigan’s Championship Boxing, Ping Pong, Yie Ar Kung Fu, Puzznic, Saboteur, Spindizzy, Ghost’n’Goblins, Western Games, Werner – Mach Hin! und Boulder Dash – um nur die wichtigsten zu nennen – bin ich immer auf der Suche nach Lösungen, die alten Schätzchen neu erleben zu können.

Seit einiger Zeit betreibe ich dazu das MiST-Board (alte Blog-Posts dazu hier, hier und hier), welches gute Dienste leistet, aber bekanntlich ist ja das Bessere des Guten Feind. Als Besitzer diverser Raspberry-Pi-Modelle – natürlich vornehmlich zum Einsatz von RISC OS – lag es nahe, eine der Emulationslösungen auf dem Pi unter die Lupe zu nehmen.

Als Distribution zum Testen habe ich mir RetroPie ausgesucht (Version 3.3), das im Prinzip eine benutzerfreundliche Schale um EmulationStation ist und Raspbian als Unterbau verwendet. Als Hardware-Basis dient ein RPi 2 Model B, um ein bisserl Luft für die CPU-intensive Emulation zu haben. Als Controller verwende ich einen Competition Pro USB, um das originale 80er Microschalter-Feeling zu genießen.

Der erste Test war natürlich mit dem CPC-Emulator (caprice32 wird hier als Backend verwendet). Dazu schnell ein paar DSKs per Netzwerk (RetroPie richtet standardmäßig SMB-Freigaben ein) auf den Pi gespielt, diese wurden problemlos erkannt und nach Auswahl von „Amstrad CPC“ in einer grafisch schicken Liste angezeigt. Wie überhaupt die grafische Präsentation von RetroPie sehr schön aussieht. Nacheinander habe ich Bomb Jack, Nemesis, Grand Prix Simulator und Gryzor angetestet, sowohl mit Joystick als auch mit Tastatur gesteuert (traditionell spiele ich CPC-Spiele oft mit der Tastatur, weil ich zu Anfang meiner CPC-Karriere schlicht keinen Joystick hatte – der Computer war ja schließlich Lern- und Arbeitsgerät :-)). Optisch und akustisch ist das alles einwandfrei (eine echte Prüfung für Emulatoren ist immer die Sprachausgabe von Grand Prix Simulator). Aber ich hatte ständig das Gefühl, das was nicht stimmt. Ich kann es nicht genau sagen, aber irgendwie stimmt das Timing nicht. Die alten Rückenmarksreflexe funktionieren nur ab und zu – und dass die eigentlich noch in Ordnung sind, zeigt der Wechsel zum MiST – dort habe ich jederzeit das Gefühl, vor einem Original-CPC zu sitzen.

Das MiST ist also mein Favorit bezüglich des originalgetreuen Spieleerlebnisses. Was also spricht für RetroPie? Eine ganze Menge. Der Pi ist preiswerter als das MiST. RetroPie unterstützt mehr Plattformen. Bluetooth-basierte Controller können verwendet werden (dafür nicht ohne weiteres die klassischen Atari-kompatiblen digitalen Joysticks). Ein Anschluss an moderne Fernseher oder Projektoren per HDMI ist völlig problemlos. Auch komplexe Plattformen können emuliert werden – das MiST ist vermutlich irgendwo zwischen Amiga und Archimedes am Ende, der Pi 2 hat genug Saft für PS1, Sega 32X und Nintendo N64. Das Handling des MiST mit den SD-Karten ist uneleganter als die Befütterung des Pi über Netzwerkfreigaben. Die Auswahl der Spiele ist deutlich hübscher als über das schmale OSD-Menü des MiST.

Und kaum schreibe ich das alles auf, schon gibt es eine neue Version von RetroPie: 3.4 wurde am 2016-01-21 veröffentlicht, das unter anderem nun Debian Jessie statt Wheezy als Basis verwendet. Ansonsten klingen die Änderungen eher nach Bugfixing als nach Feature-Revolution.

Abgesehen davon gibt es Alternativen wie Lakka und Recalbox die auch noch ausprobiert werden müssen.

Aber am Ende bleibt die Erkenntnis: bevor man zu lange überlegt, einfach beides kaufen und Spaß haben.

Die Windows 10-Netzwerk-Misere

 OS  Kommentare deaktiviert für Die Windows 10-Netzwerk-Misere
Jan 162016
 

Man sollte ja immer offen sein für Neues. Und so hatte ich es Ende letzten Jahres gewagt, einen Windows 7-Rechner des Haushalts auf Windows 10 umzustellen (ich vermeide hier mal das eher positiv belegte Wort „Upgrade“). Das Upgrade dauerte ewig, aber am Ende schien alles in Ordnung. System lief prima, ob besser oder schlechter als mit Windows 7 wage ich nicht zu beurteilen. Aber viele Dinge sahen schon schicker aus, und Nachteile waren auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Alle Treiber hatten das Upgrade auch überlebt, also alles im grünen Bereich.

Dann, vor wenigen Tagen, passierte es. Keine Internet-Verbindung mehr. Wie sich nach kurzer Analyse herausstellte: überhaupt keine Netzwerkverbindung mehr. Weder WLAN noch LAN ging – das System schaffte nicht mal den DHCP-Request, ein kurzes Umkonfigurieren auf eine statische IP half auch nicht.

Erster Versuch: Problem mit Hardware erschlagen. WLAN-Repeater mit LAN-Anschluss. Verschiedene WLAN-USB-Sticks (mit verschiedenen Chipsätzen, so dass neue Treiber installiert wurden). Der Versuch, mit einem LTE-Router eine Verbindung ins Internet zu bekommen. Nix ging. Kurz gegoogelt. Aber welche Problemlösungen bekommt man mit einem derart generischen Problem? Router resetten, Treiber und Firmware aktualisieren, BIOS-Update, und natürlich das klassische „Windows neu installieren“.

Was tun? Mal die Windows-eigene Netzwerk-Analyse laufen lassen. Und tatsächlich gab es ein Analyse-Ergebnis: „Es fehlen die für die Netzwerkkonnektivität erforderlichen Windows Sockets-Registrierungseinträge“. Unnötig zu erwähnen, dass die angebotene automatische Lösung gar nichts geändert hat. Aber: endlich hatte ich einen Text, den man in Google füttern kann. Wenige Sekunden später war klar: immerhin bin ich nicht allein. Das Windows-Update KB3120677 war schuld. Mögliche Lösungen beinhalteten z.B. das Löschen aller Netzwerkgeräte (inklusive der ausgeblendeten) im Geräte-Manager, gefolgt von einem Neustart, gefolgt von „netsh winsock reset“, gefolgt von einem Neustart. Half leider auch nicht. Es war auch nicht möglich, das fragliche Update einzeln zu deinstallieren. Also: Systemwiederherstellung auf den Zustand vor diesem Update. Danach die Geräte-Manager-Prozedur, und endlich war wieder Netzwerk im Haus.

Auch andere Windows-Versionen hatten in der Vergangenheit ja so ihre Probleme mit einzelnen Updates. Komischerweise wurde ich bisher von derartigem Unbill verschont. War wohl Pech diesmal. Persönliches Pech macht aus Windows 10 nun kein schlechtes Betriebssystem. Aber das ungute Gefühl bei jedem zukünftigen Update wird bleiben.

„Danke“ an meine Freunde in Redmond für die vielen Stunden verschwendete Lebenszeit. Echter Dank gebührt den fleißigen Bloggern, die diverse Lösungsansätze publiziert haben, besonders Günter Born.

Frohes Fest

 Uncategorized  Kommentare deaktiviert für Frohes Fest
Dez 242015
 

Ich wünsche allen meinen Lesern – die sich allein deshalb glücklich schätzen können, weil sie zu einem ganz kleinen elitären Kreis gehören – ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir dürfen gespannt sein, was 2016 so bringt. Am Ende vielleicht sogar mehr Blog-Einträge?