Zugneuigkeiten

Nach den komisch bis dubios formulierten „Detachment“-Neuigkeiten gefolgt von ebenso weitgehender wie vertrauensschädigender Funkstille seit Oktober 2025 (ich hatte das in einem meiner seltenen Blog-Beiträge aufgegriffen) gibt es nun endlich wieder Neuigkeiten aus dem Graal-Universum. Betitelt „Accelerating the GraalVM release train“, skizziert es die aktualisierte „Release Train“-Strategie von GraalVM.

Die Neuigkeiten in der Kurzfassung: monatliche Feature-Releases, weiterhin Pflege einer LTS-Version mit Patches, ab sofort nur noch Graal-Versionen basierend auf der dann aktuellen Java LTS-Version. GraalVM 25.0 bleibt die LTS-Version, im Mai wird GraalVM 25.1 released, und ab dann monatlich weiter mit 25.2 usw., und die Patch-Release-Änderungen sind weiterhin 3-monatlich kumuliert und fließen dann auch in das nächste Feature-Release ein. Je nach Stabilität der Feature-Releases könnte es zukünftig also eher nutzlos sein, auf die LTS-Version zu setzen, und stattdessen mindestens alle drei Monate das Feature-Release zu verwenden.

Auch sonst gibt es Einblicke in die kurzfristige Roadmap, von GraalPy über GraalJS bis GraalWasm. Besonders interessant finde ich aber „Crema“, das Native Image mit „Open World“ kombiniert – also AOT als Basis, aber wenn dynamisch Code nachgeladen wird, stehen Bytecode-Interpreter und JIT bereit, um das ebenfalls auszuführen. Es wird spannend sein zu sehen, wie das Rennen „Graal gegen Leyden“ weitergeht – die Teilnehmer nähern sich dem heiligen Gra(a)l der Performance ja von entgegengesetzten Richtungen.

Es wäre sehr hilfreich gewesen, wenn die Grundrichtung des „Detachments from the Java release train“ schon damals von Oracle publiziert geworden wäre, oder mindestens vom Graal-Team als auf GitHub explizit danach gefragt wurde. Und nachdem es die Neuigkeiten nun nur von einer der mindestens zwei beteiligten Parteien gibt, verbleibt immer noch eine gewisse Restunsicherheit. Schade.